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Eingängig, entspannt, erwachsen - so klingt "strom ab", das Debüt von "Hausboot". Doch was heißt schon Debüt? Hier haben sich
ein paar ganz erfahrene Spieler zusammengetan, um sehr zurückgelehnt, fast schon gelöst, Musik zu machen. Das Ganze wirkt erfrischend
eigenständig. Es erinnert ein wenig an J.J.Cale und Eric Clapton, manchmal an Milow - aber Vergleiche hinken. So wie Hausboot klingen eben nur
die Jungs vom Hausboot rund um Tino Eisbrenner und Heiner Lürig. 11 Songs haben sie eingespielt, ganz locker wechseln sie
zwischen Rock und Pop, Country und Folk.
Komponist und Produzent Heiner Lürig war jahrelang verantwortlich für die Single-Erfolge von Heinz Rudolf Kunze ("Dein ist mein ganzes Herz",
"Mit Leib und Seele", "Finden Sie Mabel", "Aller Herren Länder" u.a.), sein alter Freund Tino Eisbrenner aus Berlin machte als Sänger
und Texter immer wieder auf sich aufmerksam ("Ich beobachte Dich", "Lachen", "Wir folgen dem Wind" u.a.). Raoul Walton, gefragter Bassist aus
München, spielte für Westernhagen, die Rainbirds, Julian Dawson und andere. Martin Huch setzt seine musikalischen Farbtupfer an
Lapsteel, Pedalsteel und Banjo wie einst bei Kunze, Klaus Hoffmann oder seiner eigenen Countryband. Alejandro Soto Lacoste, langjähriger
Weggefährte von Tino Eisbrenner, spielt beim Hausboot Piano, Hammond und Akkordeon. Marius Lürig schließlich sorgt für
mal zurückhaltende, mal druckvolle Unterstützung an Schlagzeug und Perkussion. Jetzt haben sie zueinander gefunden und etwas wirklich
Neues geschaffen.
Die Melodien aus der Feder von Heiner Lürig nehmen schnell gefangen, die Texte von Tino Eisbrenner erzeugen eine Stimmung, die sofort berührt
oder nachdenklich macht oder schmunzeln lässt. Die beiden können Geschichten erzählen und Gefühle erreichen. Wunderschöne Balladen
sind so entstanden ("Wegen dir" / "Wär nicht schwer" / "Dein Lied"), aber auch eingängige, singletaugliche Nummern drängen sich nach vorn
("Immer wenn ich dich seh" / "Du gehst vorbei"). Alles klingt leicht, manchmal verzaubert, manchmal erhaben, immer unaufdringlich und klar. Eigentlich ist
es nur ein wenig Musik. Und doch ein großer Wurf.
"Ein Hausboot treibt stromab... aber was darauf getrieben wird, schwimmt gewissermaßen durchaus gegen des Strom. Es ist ein Fluss der Wiederkehr -
der Wiederkehr von fast schon für ausgestorben gehaltenen Gedanken, Gefühlen und Tönen. Der Fluss markiert die Grenze zweier Länder.
Das eine Land heißt Country (kein Kalauer), das andere Chanson. Das Hausboot ankert mal am einen, mal am anderen Ufer, meistens bleibt es aber in
der goldenen Mitte der Fahrrinne. Zwei Kapitäne... zwei Männer mit Geschichte, mit Geschichten. Dazu noch ein paar Leichtmatrosen mit
musikalischem Tiefgang. Mögen die Menschen an den Ufern ihre Ohren spitzen und dem lauschen, was da vom Wasser herüberweht."
Heinz Rudolf Kunze
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