Ich
will raus“ schrie der symphatische Sänger
Mitte der 80er Jahre schon fast verzweifelt in sein
Mikro. Die Rede ist hier von Purple Schulz mit seinem
großen Hit „Sehnsucht“.
Rüdiger Schulz erblickt am 25. September 1956
in Köln das Licht der Welt. Schon sehr früh
beginnt er sich für die Musik zu interessieren.
Als Kind lernt er das Klavier- und das Orgelspielen.
Beeinflusst von seinen zwei älteren Brüdern
sowie der damals beliebten Musik-TV-Sendung „Beatclub“
fesselt ihn die Rock- sowie die Popmusik ganz besonders;
dies trägt er auch ganz deutlich nach außen.
Daher erhält er im Alter von 13 Jahren den
Spitznamen „Purple“ (angelehnt an die
englische Rockband Deep Purple).
Die
ersten Bühnenerfahrungen macht Purple Schulz
mit der Band D’accord im Jahr 1973. Die Gagen
sind jedoch mehr als mickrig, so dass er sich mit
Jobs über Wasser hal-ten muss. Es ist bereits
1979 als die begabte Band die Aufmerksamkeit des
früheren WDR-Hörfunkchefs Neumann auf
sich zieht. Dies hat zur Folge, dass D’accord
zum ers-ten Mal für den WDR produziert.
1981
steigt Purple Schulz in das Bandprojekt „Neue
Heimat“ ein, welches im Jahr darauf die LP
„Die Härte“ veröffentlicht.
Trotz der großartigen Musiker verkauft sich
das Album eher mau. Auch bei der 1983 erschienenen
LP „Hautnah“ bleibt der große
Erfolg leider erst einmal aus. Beeindruckt von dem
Titel „Sehnsucht“, der sich auf der
B-Seite von „Hautnah“ befindet, setzt
sich der Manager Manfred Schmidt gemeinsam mit Herbert
Grönemeyer dafür ein, den Song als Single
zu veröffentlichen. „Sehnsucht“
wird aller-dings neu aufgenommen, da bei Schulz,
während der Originalaufnahme des emotionalen
Liedes, echte Tränen geflossen sind. In Anbetracht
kommender Playbackauftritte im TV, erscheint es
ihm absurd, einen derartigen Gefühlsausbruch
vortäuschen zu müssen. Im Oktober 1984
wird die Neufassung schließlich veröffentlicht
und zu einem riesigen Erfolg. Gleichzeitig löst
sich die Band auf. Die Musiker Josef Piek, Dieter
Hoff (beides Bandmit-glieder der „Neuen Heimat“)
sowie Schulz nennen sich fortan „Purple Schulz“
und warten schon darauf, ihr nächstes Album
veröffentlichen zu können. Allerdings
hat der Hit „Sehn-sucht“ einen derart
unbeschreiblichen Erfolg (der Titel wird unter anderem
mit der „Gol-denen Europa 85“ ausgezeichnet),
dass die Veröffentlichung erst einmal hinten
an ge-stellt wird. Das Album „Verliebte Jungs“
erscheint dann1985. Die Titel „Kleine Seen“
und „Verliebte Jungs“ werden zu Hits,
und die Band unternimmt erstmals eine deutsch-landweite
Tournee und absolviert unzählige TV-Auftritte.
1987 wird „Stand der Dinge“ veröffentlicht,
außerdem nimmt die Band an zahlreichen sozialen
Aktionen teil. Auch die Organisation „Greenpeace“
wird in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern
unterstützt. Der Schlagzeuger Dieter Hoff verlässt
Purple Schulz im August 1987.
Josef Piek und Schulz bleiben ihrer Linie auch in
den folgenden Jahren treu. Zahlreiche hervorragende
Alben erscheinen - ihre vielen Konzerte und Auftritte
bei Festivals sorgen immer wieder für Begeisterung.
Besonders erwähnenswert sind ihre Beteiligungen
bei den verschiedenen sozialen Aktionen (z.B. bei
einer Initiative gegen Ausländerfeindlichkeit
und Gewalt). Seit dem Jahr 2005 mischt Purple Schulz
obendrein bei der jährlichen Kölner Stunksitzung
mit.