Sehr schön. Nicht nur der Name. Genauso die
Musik, die dahinter steckt. Die zwölf Titel
des Debütalbums machen dem von der Gruppe
avisierten Anspruch alle Ehre. Juli stehen für
die uner-trägliche Leichtigkeit des Seins wie
für die herzzerreißende Wehmut einer
wirklich großen Leidenschaft. Für Weggehen
und An-kommen. Für Liebe und ihre Zerbrechlichkeit,
ihre Unmöglichkeit. Für all das, was
die Gefühlswelt der jüngeren (und nicht
nur der...) Generation ausmacht. "Um ehrlich
zu sein, unglücklich bin ich kreativer",
gibt Eva Briegel unumwunden zu. "Wenn ich zufrieden
mit meiner Existenz bin, fällt mir nicht ein,
worüber ich schreiben sollte."
Zunächst legten die Gießener unter dem
Bandnamen Sunnyglade mit englischen Texten los -
gut genug, um jede Menge Trophäen einzusacken,
u. a. den "Hessischen Rockpreis" 2000
des DRMV oder die 2. Position beim "Deutschen
Pop-Preis" des DRMV. "Trotzdem waren wir
mit unseren englischen Texten nie so recht zufrieden",
gibt Frontfrau Eva unumwunden zu. "Noch vor
ein paar Jahren fanden wir es uncool, Deutsch zu
singen. Deutsche Pop-Musik, das wurde mit Schlager
gleichgesetzt und damit hatten und haben wir nichts
zu tun. Aber Bands wie Selig haben uns gezeigt,
dass man durchaus auch mit deutschsprachigen Liedern
anspruchsvoll sein kann. Also haben wir diesen Weg
gewählt."
So wurde aus "Sunnnyglade" anno 2001 Juli,
die Mitglieder blieben die gleichen, die musikalische
Ausrichtung allerdings war eine andere: "Man
verändert sich und seine Persönlichkeit
ständig und dadurch bedingt auch seine Arbeit",
sagt Eva Briegel. "Und was unsere Texte angeht -
da wir logischerweise wesentlich besser Deutsch
als Englisch beherrschen, können wir uns in
der Heimatsprache besser ausdrücken. Da uns
die Texte sehr wichtig sind, singe ich Deutsch.
Ich will, dass bei uns nicht nur musikalisch Emotionen
rüberkommen."
Wenn man sich jetzt das Ergebnis dieser Metamorphose
der einst englischsprachigen Rock-Band Sunnyglade
hin zur deutsch singenden Pop-Combo Juli - das Debütalbum
- zu Gemüte führt, machen sich einige
musikalische Assoziationen breit: Wir sind Helden,
Rosenstolz, 2Raumwohnung. Nur greifen all diese
Vergleiche nicht, weil man es bei Juli schon bei
der ersten CD mit einer Band zu tun hat, die über
ureigenes Potenzial verfügt, jenseits irgendwelcher
Schemata.