Begonnen
hat alles Anfang der 80-er Jahre in Deutschland.
Erste zarte Versuche, mit ihrem bürgerlichen
Namen Heidi Stern eine Karriere als Sängerin
zu starten, waren für die junge Amerikanerin
zunächst nicht von Erfolg gekrönt. Jedoch
eindrucksvoll genug, um eine große deutsche
Plattenfirma hellhörig werden zu lassen: aus
Heidi Stern wurde Jennifer Rush und aus "25
Lovers" der erste große Hit einer Newcomerin
mit Ausnahmestimme. 1984 entstand das Debütalbum
"Jennifer Rush", mit dem die sie auf Anhieb
den Sprung in die deutschen Charts schaffte. Kein
Wunder, denn die nachfolgende Singleauskopplung
"Ring of ice" ist heute ein Klassiker
und die Schlussballade des Albums, "The Power
of love", einer der größten Hits
der 80er Jahre. Top Ten über die Grenzen Europas
hinaus, Einstieg in die Billboard Charts, Nummer
1 u.a. in Südafrika, Australien und nach 20
Wochen in den englischen Charts für 6 Wochen
die Topposition. Als meist verkaufte Single einer
Solokünstlerin in der Geschichte der englischen
Musikindustrie verdiente sich "The Power of
love" einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde
und brachte seiner Interpretin und Songschreiberin
Jennifer Rush den endgültigen Durchbruch.
Mitten
in die Euphorie um "The Power of love"
herein wurde 1985 das 2. Soloalbum "Movin"
von CBS (Columbia Records) ins Rennen geschickt
- zusammen mit der Single "Destiny" wiederum
ein europaweiter Chartbreaker. In Deutschland zog
der Erfolg von "Movin" das Debütalbum
zurück in die Top Ten, so daß zeitgleich
zwei Alben von Jennifer Rush mit Nr. 1 und Nr. 3
die Spitze der deutschen Charts anführten.
Die ausverkaufte Europatournee im Herbst 1985 rundete
den Triumph ab und Jennifer Rush wurde noch im gleichen
Jahr mit der Goldenen Europa als internationale
Künstlerin des Jahres ausgezeichnet. 1986 war
"Movin´" das meist verkaufte Album
in Deutschland.
Der
Nachfolger "Heart over mind", u.a. produziert
von Harold Faltermeyer, Bruce Roberts und Andy Goldmark,
knüpfte 1987 nahtlos an die Erfolge der vorangegangenen
beiden Jahre an. Gespickt mit internationalen Hits
wie "I come undone" und dem fulminanten
Duett mit Elton John, "Flames of Paradise",
eroberte das Album mühelos erneut die europäischen
Charts - allein in Deutschland hielt sich das Album
12 Wochen auf Platz 1. Die Single "Flames of
paradise" erreichte Top 40 in Amerika. Die
Nachfrage nach Jennifer Rush war so groß,
daß sie für Ihre ausverkaufte Europa-Tournee
mit dem seltenen Platinumticket für 200.000
vorverkaufte Konzerttickets ausgezeichnet wurde.
Außerdem erhielt sie wiederum eine Trophäe
als internationale Künstlerin des Jahres -
die Berolina 1987 (Vorläufer des heutigen Echo-Award´s).
Immernoch bei CBS unter Vertrag gelang es Jennifer
Rush mit den nachfolgenden Alben "Passion"
(1988) und "Wings of desire" (1989) ihre
Siegesserie nicht abreißen zu lassen. "Passion"
u.a. mit der Erfolgssingle "You´re my
one and only" und einem Duett mit Michael Bolton
("Same heart"), erlangte bereits aufgrund
der Vorbestellungen Goldstatus. Folgerichtig wurde
Jennifer Rush 1988 mit einem Bambi als internationale
Künstlerin des Jahres ausgezeichnet. Die Promotion
zu "Wings of desire" stand 1989 unter
einem schlechten Stern: Trotz eines Knöchelbruches
gleich zu Beginn, konnte Jennifer Rush jedoch mit
"Higher Ground" einen Single-Hit landen
und das Album in den Top 20 plazieren.
Im
gleichen Jahr engagierte Placido Domingo sie für
sein Musical-CD-Projekt "Goya...a life in Song",
das hierbei entstandene Duett "Till I loved
you", eine einmalige Kombination zweier einzigartiger
Stimmen, bescherte beiden Interpreten einen beachtlichen
Charterfolg in England. Mit den 80er Jahren endete
auch die Zusammenarbeit von Jennifer Rush und der
Plattenfirma CBS, die 1991 noch das Best of... Album
"The Power of Jennifer Rush" herausbrachte.
Die
Zeit der Neuorientierung nach fünf erfolgreichen
Alben in fünf Jahren hielt nicht lange an,
schon 1992 kehrte Jennifer Rush mit einem neuen
Projekt in die Musikszene zurück. Unter Vertrag
bei Emi Electrola präsentierte sie mit "Jennifer
Rush" ein neues Studioalbum, das an Brillianz
den Vergleich mit den ganz großen des Musikgeschäftes
nicht zu scheuen brauchte. Der Startschuß
ins neue Jahrzehnt verhallte dann auch nicht ungehört,
erstmals seit "Heart over mind" gelang
es Jennifer Rush, alle Singles eines Albums in den
deutschen Top 100 zu plazieren. Kein Jahr ohne Rush-Produktion
- und so wartete Jennifer Rush 1993 mit einem ganz
besonderen Geschenk für sich auf: im Spätsommer
1993 brachte sie ihre Tochter Ariel zur Welt. Die
Babypause währte nicht lange, schon 1995 setzte
sich die musikalische Erfolgsgeschichte mit dem
Album "Out of my hands" fort. Wie bei
seinem Vorgänger hatte sich Jennifer Rush auch
dieses Mal mit hochkarätigen Produzenten, u.a.
Desmond Child umgeben und ein Album erster Güte
abgeliefert. Mit von der Partie eine Version des
Queen-Klassikers "Who wants to live forever"
im Duett mit Queen-Mitglied Brian May. "Out
of my hands" enterte die Top 20 in Deutschland
und "Tears in the rain" avancierte zum
Singlehit.
Ende
des Jahres übernahm sie die ehrenvolle Aufgabe,
den Titelsong des Disney-Films Pocahontas in der
deutschen Fassung "Das Farbenspiel des Winds"
zu intonieren. Bei der liebevoll inszenierten Premiere
des Films am Münchener Olympiasee setzte sie
mit ihrem Auftritt vor 5.000 Zuschauern einen stimmungsvollen
Höhepunkt des Abends. 1997 folgte "Credo"
das mittlerweile 8. Studioalbum von Jennifer Rush.
Zusammen mit dem Produzenten Nick Patrick, der 10
von 11 Songs produzierte, entstand ein Album, das
sich insbesondere durch den Einsatz afrikanischer
Chorklänge stilistisch von den vorangegangenen
Alben abhob. Sowohl das Album als auch die gleichnamige
Single hielten sich wochenlang in den deutschen
Charts. Nach "Credo" löste sich Jennifer
Rush vom deutschen Label Electrola.
Nur
ein Jahr später machte sie, unter Vertrag bei
Virgin, erneut mit einem besonderen Projekt auf
sich aufmerksam - "Classics". Ein Titel
mit Doppelbedeutung für ein Album, auf dem
Jennifer Rush "ihre" Klassiker in Begleitung
eines 30 köpfigen Orchesters neu aufnahm und
in einem ganz anderen Licht erstrahlen ließ.
Neue Versionen der Hits aus den ersten drei Alben
mit einem Hauch von Klassik und zusätzlich
vier neue Songs. Anders als "normale"
Best of... - Alben oder Neuaufnahmen alter Hits
ist "Classics" kein Rückblick in
vergangene Tage, sondern vielmehr ein Spiegel der
Wandlungsfähigkeit der Künstlerin, die
im Laufe ihrer Karriere in jedem Genre ihren Platz
gefunden hat und der Beständigkeit ihrer Songs,
die sich scheinbar mühelos in neue Gewänder
fügen. "Classics" gelang im vorweihnachtlichen
Überangebot mit einer Top 30 Platzierung mehr
als nur ein Achtungserfolg. Kurz vor Weihnachten
1998 stellte sie nach 1989 wiederum unter Beweis,
daß ihre Stimme durchaus mit der eines Startenors
von Weltruhm mithalten kann und brillierte anläßlich
der José-Carreras-Benefiz-Gala bei einem
eindrucksvollen Duett "Amigos para sempre"
mit dem Gastgeber.
Ihren
vorerst letzten Coup landete Jennifer Rush 1999
mit der Tournee Classics in Concert. Das erste Mal
seit 1987, daß Jennifer Rush wieder mit einem
Studioalbum im Gepäck für einige Wochen
ganz der Live-Bühne und dem begeisterten Publikum
in ausverkauften Hallen gehörte.
Classics
in Concert - The End of the journey ? Nein, nur
ein weiterer Meilenstein einer Traumkarriere, die
nunmehr seit zwei Jahrzehnten andauert. Wie kaum
eine andere hat Jennifer Rush es in dieser Zeit
geschafft, ihren hohen musikalischen Standard nicht
nur zu halten, sondern die Maßstäbe mit
jedem neuen Projekt immer höher zu schrauben.
Mit einem klaren Blick für Qualität und
Klasse ist sie nie der Versuchung erlegen, flüchtigen
Trends nachzujagen, um irgendwie einen nächsten
Charterfolg zu erzwingen. Sie hat es immer verstanden,
ihr ungeheures musikalisches Talent in moderne Musik
zu investieren, ohne an Niveau zu verlieren. Jedes
ihrer Alben hat seinen Platz in seiner Zeit und
scheint dennoch zeitlos zu sein. 30 Millionen verkaufte
Tonträger, 65 Goldene/Platin/Diamant-Schallplatten
diverse Auszeichnungen, Zusammenarbeit mit den begehrtesten
Produzenten auf allen Alben, Duette mit Weltstars
aus Pop/Rock und Klassik und nicht zuletzt die ungebrochene
Begeisterung ihres Publikums sprechen für sich:
Jennifer Rush ist eine Sängerin mit Weltformat,
ein überaus sympathischer Weltstar, der immer
sich selbst treu geblieben ist, ohne sich in eine
Schublade zwängen zu lassen. Im Gegenteil,
man muß schon eine Menge Schubladen öffnen,
um sich Jennifer Rush zusammenzupuzzlen. Und es
bleibt abzuwarten, wie viele noch hinzukommen...
das neue Studioalbum ist in Arbeit und wird ganz
sicher wieder eine neue Facette von Jennifer Rush
hervorzaubern.
Warten wir´s ab !